Tinnitus – Über die Therapie

Was ist Tinnitus?

Bei Tinnitus klingeln die Ohren, ohne dass äußere Geräuschquellen gegeben sind. Die Ursache des Tinnitus ist eine Störung im Gehirn, nicht im Ohr. Neuronen des Gehirns können überaktiv werden und Phantomgeräusche, den sogen. „Tinnitus“, erzeugen. Die MicroTransponder-Behandlung bei Tinnitus stützt sich auf Jahrzehnte umfangreicher neurowissenschaftlicher Forschung und nutzt eine an Töne gekoppelte Vagusnervstimulation (VNS) zum Unterdrücken des Tinnitus. Diese Behandlungsform ist unter der Bezeichnung Serenity®-System bekannt.

Wirkungsweise der VNS

Das Serenity®-System koppelt die Vagusnervstimulation (VNS) mit über Kopfhörer eingespielten Tönen. Die VNS bewirkt die Freisetzung von neurochemischen Substanzen im Gehirn. Die Kopplung von Tönen mit der VNS trägt mit der Zeit zur Reduzierung der Überaktivität des Gehirns bei. Die VNS ist keine neue Behandlungsform – es wurden bereits mehr als 100.000 Epilepsie-Patienten mit anderen VNS-Systemen behandelt.

Die Tinnitus-Behandlung im Überblick

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Patient konsultiert einen Arzt oder Audiologen

Zur Ermittlung der Häufigkeit und des Schweregrads der Tinnituserkrankung eines Patienten muss die medizinische Fachkraft eine Tinnitus-Untersuchung durchführen.

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Produktimplantation

Das Produkt wird in der oberen Brustwand platziert und es wird eine spiralförmige Elektrode um den Vagusnerv gewunden. Einige Tage danach wird der Arzt das Serenity®-System kalibrieren, und der Patient kann mit der Heimtherapie beginnen.

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Patient wendet die Therapie zuhause oder am Arbeitsplatz an

Das Serenity®-System kann vom Patienten zuhause oder am Arbeitsplatz verwendet werden. Die Patienten führen die Behandlung über mehrere Monate hinweg durch und können während ihrer Behandlungssitzungen anderen Aktivitäten nachgehen, also bspw. ein Buch lesen, E-Mails beantworten oder im Internet surfen.

Das Serenity®-System im Überblick

Der Patient setzt sich zunächst Kopfhörer auf und drückt auf eine Rechnertaste, um die Behandlung zu beginnen. Bei jedem Abspielen eines Tons überträgt der Funksender ein Signal an das Gerät, das den Vagusnerv stimuliert. Wenn Sie weitere Informationen wünschen, klicken Sie bitte auf die folgende Schaltfläche, um das Video anzuschauen.

Video Ansehen

   

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf häufig gestellte Fragen von Patienten.

Die Vagusnervstimulation (VNS) ist eine Behandlungsform, bei der ein als „Generator“ bezeichnetes, mit einem dünnen Leiter (der sogenannten „Elektrode“) verbundenes, schrittmacherähnliches Gerät eine schwache Stimulation an den linksseitigen Vagusnerv überträgt, der diese Information anschließend an verschiedene Areale des Gehirns weiterleitet. Die VNS wurde als erfolgreiche Epilepsie-Behandlung bei mehr als 100.000 Patienten in aller Welt eingesetzt.

Im Unterschied zur VNS-Behandlung für Epilepsie wird bei der Paired VNS™-Behandlung für Tinnitus das Serenity®-System für die zeitgleiche Kopplung bestimmter Töne mit der VNS eingesetzt. Die regelmäßige Kopplung der VNS mit allen Tönen außer dem Tinnitus-Ton kann die erweiterte Repräsentation des Tinnitus-Tons reduzieren. Mit der Zeit kann das Gehirn lernen, den Tinnitus-Ton zu ignorieren.

Das durchschnittliche chirurgische VNS-Verfahren dauert 1–2 Stunden.

Das Serenity®-System wird in einem operativen Verfahren unter Vollnarkose implantiert.

Die Länge der Erholungsphase nach dem chirurgischen Eingriff ist von Patient zu Patient verschieden, jedoch ist nach der Implantation ein paar Tage lang mit leichten Schmerzen und Schwellungen an den kleinen Einschnitten zu rechnen. Sie dürften innerhalb von einigen Tagen nach dem Verfahren in der Lage sein, wieder normalen, nicht anstrengenden Aktivitäten nachzugehen. Zu den verfahrensbezogenen Nebenwirkungen zählten Heiserkeit und andere typische operative Risiken. Anstrengende Aktivitäten sollten Sie ungefähr zwei Wochen lang bzw. gemäß den Anweisungen Ihres Arztes vermeiden. Eine Woche nach dem chirurgischen Eingriff wird Ihr Arzt Sie auf ordnungsgemäßen Heilungsverlauf untersuchen. Die meisten Patienten sind nach ein paar Wochen vollständig wiederhergestellt.

Patienten beschreiben das Gefühl gewöhnlich als „leichtes Kribbeln“. Die Stimulation sollte nicht schmerzhaft oder unangenehm sein, und der Grad ist einstellbar. Ihr im Serenity®-System geschulter Arzt kann die erforderlichen Einstellungen nach Bedarf vornehmen.

Nach der Implantation des Serenity®-Systems dürfen Sie sich keinem MRT unterziehen, solange ein Teil des Systems implantiert ist. Die Magnetfelder des MRT-Scanners können Komponenten des Serenity®-Systems beschädigen oder Spannungen in den implantierten Komponenten induzieren. Sie sollten mit Ihrem Arzt besprechen, welche Bildgebungstechnologie angebracht ist, denn es gibt zahlreiche, mit dem implantierten Serenity®-System verträgliche Optionen.

Die Behandlung mit dem Serenity®-System konzentriert sich aktuell auf tonalen Tinnitus. Bitte besprechen Sie sich mit Ihrem Audiologen oder Arzt, um herauszufinden, unter welcher Art von Tinnitus Sie leiden.

In den ersten 12 Wochen sollte der Patient die Behandlung an 5 Tagen pro Woche jeweils 2,5 Stunden täglich durchführen. Die täglichen Behandlungssitzungen können auf Wunsch auf zwei kürzere Sitzungen verteilt werden.

Ein Audiologe oder Arzt kann die Behandlungseinstellungen und -dauer auf der Grundlage der anfänglichen Behandlungsergebnisse anpassen. Zweck dieser Anpassung der Behandlungseinstellungen ist die Erzielung der größten Wirksamkeit bei den geringsten Nebenwirkungen.

Sie können alle Ihre Behandlungssitzungen zuhause oder am Arbeitsplatz absolvieren.

Einige Tage nach dem chirurgischen Verfahren kehrt der Patient in die Klinik zurück, und der Arzt oder Audiologe leitet die Behandlung ein und unterweist den Patienten in der Nutzung des persönlichen Heimtherapiesystems. (Serenity®-System).

Sollte eine Ihrer Fragen hier nicht beantwortet sein, füllen Sie bitte das Formular auf unserer Kontaktinformationen-Seite aus.

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